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Trachtengruppe des Heimatvereins Liesborn e.V.

Als der Heimatverein im September 1985 gegründet wurde, war es vom ersten Tag an ein Anliegen der ersten Vorsitzenden Hedwig Diers († 13. Dezember 1998), auch eine Trachtengruppe zu gründen.

Sie trug den männlichen Vorstandsmitgliedern auf, zu versuchen, ihre Ehefrauen hierfür zu gewinnen. Dieses gelang auf Anhieb. Es war auch kein Problem, noch weitere Damen zu überzeugen. Der Wunsch wurde somit schnell zur Wirklichkeit.

Die Münsterländer Sonntagstracht wurde auserwählt. Dieser Tracht kam an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert eine besondere Bedeutung zu. Sie war die übliche Festtagstracht der ländlichen Bevölkerung und stark in das kirchliche Brauchtum eingebunden (Kirchenbesuch, Prozession, Trauung, Taufe). Diese Tracht war besonders farbenprächtig. Auf historische Vorbilder konnte man leider nicht zurückgreifen. So wurde dazu das „Westfälische Trachtenbuch“ von Franz Jostes mit seinen bunten Bildtafeln als Hilfsmittel benutzt. Für die bodenlangen Röcke wurde die Farbe „Rot“ gewählt; sie wurde vorherrschend getragen. Die Schößchenjacken wurden aus schwarzen oder dunkelgrünen Stoffen gefertigt mit weißen Rüschen am Halsausschnitt und am Ärmelabschluß. Ergänzt und farblich abgestimmt wurden Rock und Jacke mit einer Halbschürze und einem Schultertuch. Die Frauen der Trachtengruppe haben die Kleidungsstücke selbst gefertigt und größtenteils selbst finanziert. Wichtigster Bestandteil der Tracht ist natürlich die Goldhaube. Liesborner Paramentenstickerinnen haben nach historischen Vorlagen die reich bestickten Goldhauben für die Trachtengruppe in mühevoller Arbeit geschaffen. Einige dieser Vorlagen befinden sich heute im Museum Abtei Liesborn.

Die Trachtengruppe des Liesborner Heimatvereins stellte sich erstmals im Juli 1986 der Öffentlichkeit vor. Ihr gehörten damals acht Frauen und drei kleine Mädchen an. Anlass war ein historischer Festumzug zur 850-Jahrfeier in Diestedde.

Ein weiterer Höhepunkt in der Geschichte der Trachtengruppe war die Teilnahme am Geburtstagsfest „40 Jahre Nordrhein-Westfalen“ in Bonn und Düsseldorf. Im großen Festzelt in Düsseldorf wurde die Trachtengruppe vom WDR-Fernsehmoderator Rainer Nohn entdeckt. Er war sehr daran interessiert, diese Gruppe einmal in seiner Sendung „Gesucht – Gefunden“ vorzustellen. Ein paar Monate später war es Wirklichkeit und die Trachtengruppe war live im WDR-Fernsehen zu sehen und zu hören. Gesucht wurde in dieser Sendung eine passende Männertracht, die dann auch sehr schnell gefunden wurde.

Sie besteht aus einem weißen Leinenhemd dessen Schulterpartie mit Biesen abgesetzt ist. Dazu kommt eine Weste, die mit einem kleinen Stehbördchen und Revers sowie zweireihigen Goldknöpfen besonders auffällt. Ergänzt wird alles mit einer Kniebundhose aus Tuchstoff und weißen Kniestrümpfen. Die Trachtengruppe vergrößerte sich nun um weitere fünf männliche Mitglieder.

Sonstige Aktivitäten der Gruppe sind überwiegend Teilnahmen an Festumzügen wie z.B. dem großen Festumzug „50 Jahre Nordrhein-Westfalen“ in Düsseldorf und einige Monate später auch in Detmold.

Zudem wurde vor einigen Jahren ein Bändertanz einstudiert. Dieser wurde schon bei vielen Veranstaltungen wie z.B. auf der Landesgartenschau in Oelde präsentiert.

Natürlich steht die Trachtengruppe ihrem Heimatort Liesborn zu den unterschiedlichsten Anlässen zur Verfügung.

Nachdem Hedwig Diers sich 1991 aus gesundheitlichen Gründen aus der Heimatvereinsarbeit zurückziehen musste, übernahm Else Hermeyer die Leitung der Trachtengruppe. Sie wurde wiederum 2007 nach 16 erfolgreichen Jahren und ihrem Ausscheiden aus dem Vorstand des Heimatvereins von Susanne Krischik abgelöst. Aktuell besteht die Trachtengruppe aus zehn Frauen und zwei Männern.

Besonderer Dank gilt Paul Diers († 11. Dezember 2007), der durch großzügige Spenden die Finanzierung von drei kostbaren Trachten ermöglichte.